Unsterblich
Es gibt tatsächlich Lebewesen, die unsterblich sind.
- Der unangefochtene Champion: Turritopsis dohrnii (Die unsterbliche Qualle) Diese winzige, nur wenige Millimeter große Qualle hat den ultimativen Cheat-Code für das ewige Leben geknackt. Wenn sie altert, krank wird oder unter Stress gerät (z. B. durch Nahrungsmangel), spult sie ihr Leben einfach rückwärts ab.
Sie sinkt auf den Meeresboden, verwandelt ihre Zellen zurück in ein frühes Entwicklungsstadium und wird wieder zu einem Polypen (sozusagen dem Baby-Stadium einer Qualle). Aus diesem Polypen wachsen dann wieder neue, genetisch identische Quallen heran. Das ist so, als ob ein 80-jähriger Mensch merkt, dass es zu Ende geht, sich kurz ins Bett legt und als Säugling wieder aufsteht. Dieser Zyklus kann sich theoretisch unendlich oft wiederholen.
- Der ewige Regenerierer: Der Süßwasserpolyp (Hydra) Hydren sind winzige, tentakelbewehrte Süßwassertiere, die ein extrem radikales Konzept von Antivirus-Programm besitzen. Sie bestehen fast ausschließlich aus Stammzellen, die sich ständig teilen und erneuern.
Zellverjüngung en masse: Innerhalb von ein paar Wochen hat eine Hydra praktisch jede Zelle ihres Körpers einmal komplett ausgetauscht. Da altert schlichtweg nichts.
Unverwüstlich: Schneidet man eine Hydra in der Mitte durch, wachsen daraus zwei neue, vollständige Hydren. Selbst wenn man sie durch ein Sieb presst und die Zellen trennt, formieren sie sich im Labor oft wieder zu einem funktionierenden Organismus.
- Die zähesten Scheißerchen der Welt: Bärtierchen (Tardigrada) Bärtierchen sind biologisch nicht strikt unsterblich – sie altern unter normalen Bedingungen ganz regulär. Aber ihre Fähigkeit, den Tod zu überlisten, verdient eine Erwähnung.
Wenn die Umweltbedingungen eklig werden (kein Wasser, extreme Kälte, extreme Hitze oder Vakuum), fahren sie ihren Stoffwechsel auf 0,01 % des Normalwerts herunter und trocknen fast vollständig aus. In diesem Zustand (Kryptobiose) überleben sie:
Temperaturen von -272 °C bis +150 °C
Den tödlichen Druck der Tiefsee
Das Vakuum und die tödliche Strahlung des Weltalls
Wfeuchtet man sie nach Jahren (oder Jahrzehnten) wieder an, schütteln sie sich kurz und krabbeln weiter, als wäre nichts gewesen.
Warum erwischt es uns, aber die Qualle nicht? Das Geheimnis liegt meistens in den Telomeren (den Schutzkappen am Ende unserer Chromosomen) und der Fähigkeit zur Transdifferenzierung (Zellen in einen völlig anderen Zelltyp umzuwandeln). Bei uns Menschen werden die Telomere mit jeder Zellteilung kürzer, bis die Zelle stirbt. Die unsterbliche Qualle und die Hydra besitzen Enzyme und Mechanismen, die diese Kappen entweder unendlich reparieren oder die biologische Uhr einfach komplett auf null zurücksetzen. Quelle: Gemini